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ÖBB Taurus 1216 Mehrsystemlok

Mit voller Kraft voraus: Die ÖBB-Taurus-Lokflotte ist komplett

Beschaffungsprogramm nach acht Jahren abgeschlossen - 382. Taurus ab 21. Mai 2008 auf Schiene - Europaweiter Einsatz

 

 Im Rahmen eines feierlichen Akts ging am Mittwoch, den 21. Mai 2008 die 382. und damit letzte ÖBB-Taurus-Lok vom Band. Ein achtjähriges Beschaffungsprogramm mit einem Investitionsvolumen von über 1,2 Mrd. EUR ging damit zu Ende. Die Taurus-Lok ist mit 357 km/h die schnellste Elektro-Lok der Welt, was sie in einem Rekordversuch 2006 eindrucksvoll unter Beweis gestellt hat. Die ÖBB-Traktion GmbH verfügt im internationalen Vergleich damit über eine der modernsten Lokflotten und kann ihren Einsatzradius auf praktisch ganz Europa ausdehnen. Den Roll-Out der letzten ÖBB-Taurus-Lok begleiteten  Oberösterreichs Landeshauptmann Josef Pühringer, Vorstandsdirektor Peter Klugar (ÖBB-Holding AG), Vorstandsdirektor Herwig Wiltberger (ÖBB-Traktion GmbH) und Generaldirektorin Brigitte Ederer (Siemens AG Österreich).

Spitzenleistungen für universellen Einsatz

Die Taurus-Lok bringt in Österreich 230 km/h und knapp 10.000 PS auf die Schiene und kann damit sowohl schnelle Personenzüge als auch tausende Tonnen schwere Güterzüge ziehen. Sie gilt damit als Universallok - und universell ist auch ihr Einsatzgebiet: Zusätzlich zum Heimmarkt Österreich fahren die ÖBB-Taurus-Loks bereits nach Deutschland, Ungarn, Slowenien, Italien, Tschechien und in die Slowakei. Europaweit ist das einzigartig, denn normalerweise ist für Loks an den nationalen Grenzen Endstation. Der Grund sind unterschiedliche Stromsysteme in den einzelnen Ländern. Die technische Antwort darauf sind Mehr-Systemloks. Sie kommen mit allen Stromsystemen in Europa zurecht und gelten daher als Symbol für die europäischen Perspektiven des ÖBB-Konzerns. Ihr potenzielles Einsatzgebiet erstreckt sich auf 1,5 Mio. km2 - eine Fläche, die 17 Mal größer ist als Österreich.

Neue Maßstäbe

... setzt die Taurus-Lok gleich in mehrfacher Hinsicht: Den Lokführerinnen bietet sie einen modernen Arbeitsplatz, der technisch und arbeitsmedizinisch auf dem höchstem Niveau liegt. Der Umwelt nützt die Lok gleich in zweifacher Hinsicht: einerseits fährt sie mit dem „grünen" Bahnstrom aus österreichischer Wasserkraft, andererseits speist sie beim Bremsen nicht benötigten Strom wieder aktiv ins Stromnetz zurück. Dadurch können bis zu 20 Prozent Strom eingespart werden. Zusätzlich wurden die Lokführerinnen auch in energiesparender Fahrweise ausgebildet - und dafür hat die ÖBB-Traktion GmbH den „klima:aktiv"-Preis bekommen.

In punkto Design besticht die Lok durch Eleganz und zeitlose Modernität. Das macht die Lok auch zu einem attraktiven Werbeträger. Auch die Siemens Lok wurde heute der Öffentlichkeit präsentiert. Weiters sorgen die Länder-Loks anlässlich der Fußball-

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Europameisterschaft für Aufsehen - jedem Land haben die ÖBB eine Lok thematisch gewidmet und entsprechend gestaltet. Aber auch schon vor dem „EURO-Fieber" haben Sonderdesigns alle Blicke auf sich gezogen: die Europa-Lok anlässlich der österreichischen EU-Präsidentschaft, die Rotes-Kreuz-Lok, die Bundesheer-Lok, die Kyoto-Lok, die Mozart-Lok im Mozart-Jahr, die Licht-ins-Dunkel-Lok anlässlich des 30-jährigen Bestehens - und einige mehr. Für ihr Standard-Design hat die Taurus-Lok 2001 übrigens den in der Eisenbahn-Fachwelt begehrten Brunel-Award bekommen - die internationale Design-Auszeichnung für Entwicklungen im Bahnbereich.

Auch die letzte ÖBB-Taurus-Lok wurde in einem Sonderdesign gestaltet, um auf den erfolgreichen Abschluss des Programms aufmerksam zu machen. Und gerade diese Lok hat auch eine besondere Geschichte: bei einem Weltrekordversuch zwischen Ingolstadt und Nürnberg hat diese Siemens - Lok eine Spitzengeschwindigkeit von 357 km/h erreicht und damit einen neuen Weltrekord für Elektro-Loks aufgestellt. Nach ihrer Tour durch Europa wurde die Lok nun für die Anforderungen der ÖBB umgebaut und wird nun im Planverkehr eingesetzt. Hier wird auch sie ihrer „Familie" alle Ehre erweisen müssen, denn die Taurus-Loks erweisen sich im Betrieb als besonders zuverlässig, haben einen geringen Wartungsaufwand und ermöglichen damit eine effiziente Auslastung des Fuhrparks.

9.250 Erdumrundungen

Seit der Ausfahrt der ersten ÖBB-Taurus-Lok im Jahr 2000 hat die Flotte insgesamt rd. 370 Mio. km zurückgelegt - das sind rund 9.250 Erdumrundungen. Gemanagt wird ihr Einsatz und die außerdem notwendigen Lokführerinnen von der ÖBB-Traktion GmbH; sie ist im ÖBB-Konzern vor allem darauf spezialisiert. Hier arbeiten rund 4.400 Lokführerinnen und bieten gemeinsam ein Rund-um-die-Uhr-Service für die Kunden der Bahn an. Konkret geht es um rund 6.100 Personen- und Güterzüge pro Tag. Wichtigstes Thema derzeit: die Vorbereitungen auf die Fußball-Europameisterschaft UEFA EURO 2008. Allein in den drei Spielwochen kommen fast 4.000 zusätzliche Züge zum Einsatz - eine Herausforderung für den Lokfahrdienst, die genau zu planen ist.

In Österreich gebaut- in Europa zu Hause

Die Taurus-Lok ist eine Entwicklung der Siemens AG und setzte von Beginn ah innovative technologische Maßstäbe im Lokomotivbau. Die Energieeffizienz und ein Höchstmaß an Verfügbarkeit (98 %) stellen eine neue Dimension dar. Rund 40 wichtige Komponenten erzeugen die ÖBB-Technische Services (TS) in ihren Werken selbst. In einem davon, im Competence Center in Linz, findet der Zusammenbau der Komponenten, die Lackierung der Loks und die Inbetriebsetzung statt. Allein der Zusammenbau dauert zwei Monate pro Lok - schließlich besteht jeder Taurus aus 13.000 Einzelteilen. In den letzten acht Jahren konnten die ÖBB-TS hier ein umfassendes Know-how aufbauen - und genau das wird nun auch europaweit vermarktet. Derzeit hat ÖBB-TS Verträge über die Fertigung von 39 Lokomotiven für andere Bahngesellschaften.

Daten und Fakten zur ÖBB-Taurus-Lokflotte

  • ■ Roll-Out von 382 Loks zwischen Mai 2000 und Mai 2008
  • ■ Drei Taurus-Generationen in der ÖBB-Flotte:

o Taurus 1016: Ein-Systemlok, ausgerichtet auf Bahn-Stromnetz in Österreich und Deutschland (lö273 Hertz Wechselstrom). 50 Stück.

o Taurus 1116: Zwei-Systemlok, zusätzlich ausgerichtet auf Bahn-Stromnetz mit 50 Hertz Wechselstrom, z.B. in Ungarn. 282 Stück.

o Taurus 1216: Mehr-Systemlok, zusätzlich ausgerichtet auf Bahn-Stromnetz mit Gleichstrom, z.B. in Italien, Tschechien, Slowenien, Slowakei. 50 Stück.

  • ■ Höchstgeschwindigkeit im Planverkehr: 230 km/h
  • ■ Maximale Anfahrzugkraft: 300kN
  • ■ Knapp 10.000 PS
  • ■ Gewicht: 87 Tonnen
  • ■ Länge: 19,6 Meter

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